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Arbeitsrecht


Arbeitsrecht

Falsche Anrede gleich Diskriminierung?

Das Arbeitsgericht Düsseldorf hat in einer Entscheidung vom 09.03.2011 14 Ca 908/11 einen Fall zu entscheiden gehabt, in dem eine Frau mit Migrationshintergrund in Rahmen der Ablehnung ihrer Bewerbung fälschlich als "sehr geehrter Herr" angesprochen wurde. Die Klägerin vertrag die Auffassung, daß dies eine Benachteiligung wegen der Rasse oder der ethnischen Herkunft vermuten lasse.

Die Klägerin hatte einen Migrationshintergrund, der an ihrem Namen erkennbar ist und hatte sich bei der Beklagten um eine Stelle als lebensmitteltechnische Assistentin beworben. Ihre Bewerbung war abgelehnt worden, das Ablehnungsschreiben begann mit den Worten "sehr geehrter Herr ...".

Die Klägerin meinte nun, daß aus der falschen Anrede eine Diskriminierung wegen ihrer ethnischen Herkunft abzuleiten sei. Aus ihrer mit Foto eingereichten Bewerbung sei eindeutig hervorgegangen, daß sie weiblich sei. Die falsche Anrede belege daher, daß ihre Bewerbung wegen des an ihrem Namen erkennbaren Migrationshintergrunds von vornherein aussortiert und keines Blickes gewürdigt worden sei und verlangte eine Entschädigung in Höhe von EUR 5.000,00.

Mit ihrer Klage hatte sie vor dem Arbeitsgericht Düsseldorf jedoch keinen Erfolg, das Gericht war der Auffassung, daß der Klägerin eine Entschädigung aus §§ 15, 1 AGG nicht zusteht. Für den Nachweis einer Benachteiligung reicht es nach der Beweislastregelung des § 22 AGG zwar aus, daß der Arbeitnehmer Tatsachen vorträgt, aus denen sich nach allgemeiner Lebenserfahrung eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine solche Benachteiligung ergibt. Der Arbeitgeber muss dann nachweisen, daß keine Benachteiligung vorliegt. Nach Auffassung des Gerichtes reicht der Vortrag der Klägerin für eine solche Beweislastverlagerung jedoch nicht aus.

Eine Verwechslung in der Anrede läßt keine Benachteiligung wegen der Rasse oder der ethnischen Herkunft vermuten, genauso wahrscheinlich ist es, daß der falschen Anrede in dem Ablehnungsschreiben ein Fehler bei der Bearbeitung des Schreibens zugrunde liegt.

Rechtsanwalt
Stefan Engelhardt
Lehrbeauftragter für Arbeitsrecht
Roggelin & Partner
stefan.engelhardt@roggelin.de

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