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Arbeitsrecht


Arbeitsrecht

Böller im Dixi-Klo

Einen etwas eigenwilligen Fall hat das Arbeitsgericht Krefeld am 30.11.2012, 2 Ca 2010/12, entschieden.

Geklagt hatte ein seit 15 Jahren als Gerüstbauer und Vorarbeiter Tätiger, der auf einer Baustelle einen Feuerwerkskörper in einem Dixi-Klo zur Explosion brachte, während sich dort ein Arbeitskollege aufhielt.

Der Arbeitskollege zog sich aufgrund der Explosion Verbrennungen in empfindlichen Bereichen zu und war drei Wochen arbeitsunfähig.

Nach der ausgesprochenen fristlosen Kündigung erhob der Kläger Kündigungsschutzklage und trug vor, dass er den Böller lediglich an der Tür des Klos angebracht habe, von wo er sich entgegen seiner Planung gelöst habe und dann in die Kabine hineingerutscht sei. Er habe den Kollegen nicht verletzen wollen, die Verletzungen sei auch nicht so gravierend, dass sie eine fristlose Kündigung rechtfertige.

Auf Gerüstbaustellen seien derartige Scherze durchaus üblich und gelten als "Stimmungs-aufheller".

Das Arbeitsgericht wies die Klage ab und den Kläger darauf hin, dass, egal wie der Vorfall sich im Einzelnen abgespielt habe, jedenfalls ein tätlicher Angriff auf einen Arbeitskollegen vorliege, bei dem mit erheblichen Verletzungen gerechnet werden musste.

Einer vorhergehenden Abmahnung habe es auch nicht bedurft, selbst angesichts der relativ langen Betriebszugehörigkeit des Klägers, da dem beklagten Arbeitgeber die Einhaltung der Kündigungsfrist alles in allem nicht zumutbar gewesen sei, was aus der Schwere der Pflichtverletzung resultiere, aber auch aus der Tatsache, dass der Kläger gerade als Vorarbeiter gehalten gewesen wäre, ein solches Fehlverhalten zu unterbinden.

 

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