Roggelin & Partner bei facebook - gefllt mirDeutsche Sprache English Language jezyk polski Russische Sprache
Loading
Geschftsfelder

Impressum | Datenschutz | AGB | © 2013 Roggelin & Partner

Arbeitsrecht


Arbeitsrecht

Deutsch

Mit ihrer Klage durch alle Instanzen gescheitert ist eine Arbeitnehmerin, deren Muttersprache Kroatisch ist und seit über 20 Jahren in dem von der Beklagten bewirtschafteten Schwimmbad als Reinigungskraft beschäftigt war. Sie arbeitete mehr als 14 Jahre auch als Vertretung der Kassenkräfte in diesem Schwimmbad.

Nachdem der Betriebsleiter ihres Arbeitgebers die Klägerin 2006 aufgefordert hatte, zur Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse auf eigene Kosten und außerhalb der Arbeitszeit einen Deutschkurs zu absolvieren, verlangte die Klägerin von ihrem Arbeitgeber, daß dieser die Kosten dafür übernehmen müsse. Dies lehnte der Arbeitgeber jedoch ab, die Klägerin nahm an dem Deutschkurs nicht teil und wurde anschließend abgemahnt. Die Klägerin sah hierin eine Diskriminierung aufgrund ihrer ethnischen Herkunft und verlangte von ihrem Arbeitgeber eine Entschädigung in Höhe von € 15.000,00.

Das Bundesarbeitsgericht hat in seiner Entscheidung vom 22.06.2011, 8 AZR 48/10 die Vorinstanzen bestätigt und die Auffassung vertreten, daß Arbeitgeber grundsätzlich das Absolvieren von Sprachkursen von ihren Arbeitnehmern verlangen können, wenn die Arbeitsaufgabe die Beherrschung der deutschen oder einer fremden Sprache erfordert.

Wenn der Arbeitgeber einen Arbeitnehmer auffordert, außerhalb der Arbeitszeit und auf eigene Kosten an einem Sprachkurs teilzunehmen, so kann dies unter Umständen gegen den Arbeitsvertrag oder aber einen vereinbarten Tarifvertrag verstoßen, allerdings liegt hierin keine unzulässige Diskriminierung wegen der ethnischen Herkunft, die Entschädigungsansprüche nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz auslösen könnte.

Rechtsanwalt
Stefan Engelhardt
Lehrbeauftragter für Arbeitsrecht
Roggelin & Partner
stefan.engelhardt@roggelin.de

‹ zurück zur Übersicht

nach oben