Roggelin & Partner bei facebook - gefllt mirDeutsche Sprache English Language jezyk polski Russische Sprache
Loading
Geschftsfelder

Impressum | Datenschutz | AGB | © 2013 Roggelin & Partner

Arbeitsrecht


Arbeitsrecht

Zigarettengeruch

Einen relativ erstaunlichen Fall hat das Arbeitsgericht Saarlouis am 28.05.2013, 1 Ca 375/12, entschieden.

Die beklagte Arbeitgeberin hatte bei Abschluss des Arbeitsvertrages die Klägerin darauf hingewiesen, dass im Unternehmen ein Rauchverbot besteht. Die Klägerin erwiderte daraufhin, dass dies für sie kein Problem sei und ohne weiteres mehrere Stunden ohne Zigaretten auskomme.

An ihrem ersten Arbeitstag bei der Beklagten wurde die Klägerin bereits zu Arbeitsbeginn gefragt, ob sie geraucht habe. Dies bejahte die Klägerin und teilte mit, dass sie vor Arbeitsantritt eine Zigarette geraucht habe, weil in den Räumlichkeiten der Arbeitgeberin ein Rauchverbot bestehe.

Die Geschäftsführerin der Beklagten lüftete daraufhin die Räumlichkeiten in Anwesenheit der Klägerin, zwei Stunden später erhielt diese von der Geschäfts-führerin ein Kündigungsschreiben, in dem das Arbeitsverhältnis während der Probezeit fristgerecht gekündigt wurde.

Die Kündigungsschutzklage war erfolgreich. Nach Auffassung des Gerichtes ist das Arbeitsverhältnis durch die Kündigung nicht wirksam beendet worden, obwohl das Kündigungsschutzgesetz hier aufgrund der Nichterfüllung der Wartezeit noch nicht anwendbar war. Die Kündigung verstößt allerdings gegen den Grundsatz von Treu und Glauben aus § 242 BGB. Die Arbeitgeberin hat zwar das Recht, während der Probezeit zu entscheiden, dass die Klägerin nicht zu ihrem Betrieb passt, allerdings verlangt Artikel 12 des Grundgesetzes, dass ein einmal begründetes Arbeits-verhältnis mit dem ernsthaften Willen der Zusammenarbeit geführt wird.

Daran fehlt es jedoch, wenn ein Arbeitnehmer an seinem ersten Arbeitstag nach zwei Stunden mit einer Kündigung nach Haus geschickt wird, ohne ihm die Gelegenheit zu geben, sein Verhalten an die Anforderungen anzupassen.

Zu beachten war hier auch, dass die Klägerin nicht gegen das betriebliche Rauchverbot verstoßen hat. Dass sie vor Arbeitsbeginn eine Zigarette geraucht hat, gehört in den Bereich ihrer Privatsphäre und ist nicht geeignet, die Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu begründen.

‹ zurück zur Übersicht

nach oben