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Arbeitsrecht


Arbeitsrecht

Werber und Hunde

Erstaunlich, was so mancher Arbeitnehmer meint, vor Gericht geltend machen zu müssen. In einer Entscheidung des Arbeitsgerichts Düsseldorf vom 04.09.2013, 8 Ca 7883/12, ging es um einen dreibeinigen Hund, den die Klägerin dieses Verfahrens von einer Tierhilfe aus Russland übernommen hatte.

Die beklagte Werbeagentur hatte der Klägerin zunächst gestattet, den Hund mit ins Büro zu bringen, zog diese Erlaubnis allerdings nach einigen Jahren zurück, weil der Hund nach ihrer Auffassung zutiefst traumatisiert sei und ein gefährliches soziales und territoriales Verhalten zeige.

Er knurre beispielweise Kollegen der Klägerin an, so dass diese sich nicht mehr in deren Büro trauten, zudem gehe von ihm eine üble Geruchsbelästigung aus.

Die Klägerin war demgegenüber der Auffassung, dass sie gleich zu behandeln sei mit anderen Kollegen, die ihre Hunde mitbringen dürften, sie bestritt auch, dass ihr Hund irgendjemanden bedroht habe.

Sie wollte nun festgestellt haben, dass sie weiterhin ihren Hund mit ins Büro nehmen dürfe, hilfsweise sollte die beklagte Werbeagentur verpflichtet werden, die Mitnahme des Hundes unter der Voraussetzung zu erlauben, dass mit der Unterstützung eines Hundetrainings an einer Verhaltensbesserung gearbeitet werde, der Hund in einem Gitterlaufstall gehalten werde bzw. an der Leine geführt und mit einem Maulkorb versehen werde!!!

Das Arbeitsgericht hat diese Klage abgewiesen, weil es der Auffassung war, dass nach der Beweisaufnahme feststehe, dass sich sowohl Mitarbeiter als auch einer der Geschäftsführer der Werbeagentur vor dem Hund bedroht fühlten, damit sind Arbeitsabläufe gestört worden. Zu berücksichtigen sei, dass in einer Werbeagentur typischerweise eine rege Kommunikation erfolgt, also viel Bewegung in den Räumlichkeiten stattfindet.

Eine Einschränkung dieser Kommunikation aufgrund der Angst vor dem Hund der Kollegen muss die Beklagte nicht hinnehmen.

Die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers den Mitarbeitern gegenüber, die sich wegen des Hundes nicht mehr wohl gefühlt haben, gebietet es, dem Hund der Klägerin den Zutritt zum Büro zu versagen, auch wenn andere Mitarbeiter ihren Hund mitbringen dürfen.

Für die gestellten Hilfsanträge sah das Gericht keinerlei Anspruchsgrundlage.

 

Stefan Engelhardt

Rechtsanwalt

Lehrbeauftragter für Arbeitsrecht

 

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