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Arbeitsrecht


Arbeitsrecht

Arbeitnehmer haften für fahrlässige Verletzung von Kollegen

So entschied das Hessische Landesarbeitsgericht am 20.08.2013, 13 Sa 269/13.

Kläger wie Beklagter waren Auszubildende in einer Kfz-Werkstatt. Beim Auswuchten von Autoreifen warf der Beklagte ohne Vorwarnung ein ca. 10 g schweres Wuchtgewicht aus Aluminium in Richtung des Klägers und traf ihn am linken Auge.

Der Kläger erlitt dadurch eine schwere Hornhautverletzung sowie andere Verletzungen und musste mehrfach operiert werden. Im Rahmen dieser Operation musste ihm eine künstliche Augenlinse eingesetzt werden. Aufgrund einer verbliebenen Hornhautnarbe leidet der Kläger an einer dauerhaften Sehverschlechterung sowie dem Verlust des räumlichen Sehvermögens.

Der Beklagte wurde daraufhin auf Schmerzensgeld und Feststellung in Anspruch genommen, dass dieser auch zukünftig jeden Schaden aus dem schädigenden Ereignis zu ersetzen hat.

Das Arbeitsgericht wie auch das Landesarbeitsgericht gaben der Klage statt und sprachen dem Kläger ein Schmerzensgeld in Höhe von € 25.000,00 zu.

Das LAG hat dazu ausgeführt, dass der Beklagte den Kläger fahrlässig an seiner Gesundheit geschädigt hat. Er hätte wissen müssen, dass ein kraftvoller Wurf mit einem Wuchtgewicht eine solche Verletzung wie hier hervorrufen kann.

Es kam auch nicht die Haftungsprivilegierung gemäß § 105 Abs. 1 S. 1 SGB VII in Betracht, da diese nur greift, wenn ein Arbeitnehmer durch eine betriebliche Tätigkeit einen Versicherungsunfall eines Kollegen verursacht. Um eine betriebliche Tätigkeit hat es sich aber hier gerade nicht gehandelt, so dass eben nicht nur für Vorsatz, sondern auch für Fahrlässigkeit gehaftet wird.

Das Herumwerfen von Wuchtgewichten in einem Kfz-Betrieb ist dem persönlichen Bereich der Arbeitnehmer zuzuordnen, für den ein Arbeitnehmer im vollen Umfang haftet.

 

Stefan Engelhardt

Rechtsanwalt

Lehrbeauftragter für Arbeitsrecht

 

 

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