Roggelin & Partner bei facebook - gefllt mirDeutsche Sprache English Language jezyk polski Russische Sprache
Loading
Geschftsfelder

Impressum | Datenschutz | AGB | © 2013 Roggelin & Partner

Arbeitsrecht


Arbeitsrecht

Ist ein Unfall im Home Office ein Arbeitsunfall?

 

Mit dieser Frage hatte sich das Bundessozialgericht in einer Entscheidung vom 05.07.2016, Az.: B 2 U 2/15 R befasst. Die hier klagende Arbeitnehmerin konnte ihre Arbeitsleistung entsprechend der vertraglichen Regelung auch von zu Hause aus erbringen. In einem Raum im Dachgeschoss ihrer Wohnung war ein Telearbeitsplatz eingerichtet worden.

Während ihrer Tätigkeit im Home Office verlies sie diesen Raum, um sich in der Küche Wasser zu holen, rutschte dabei jedoch auf der Treppe aus und verletzte sich.

Die verklagte Unfallkasse verneinte das Vorliegen eines Arbeitsunfalles, das Sozialgericht wies die Klage ab, das Landessozialgericht gab der Klage statt.

Das Bundessozialgericht hob nun das Berufungsurteil auf und erstellte das Urteil des Sozialgerichtes wieder her.

Begründet hat das BSG seine Entscheidung damit, dass ein Arbeitsunfall i. S. d. § 8 Abs. 1 Satz 1 SGB 7 nicht vorgelegen hat.

Die Klägerin befand sich zum Unfallzeitpunkt nicht auf einem Betriebsweg, sondern ist auf dem Weg von der Arbeitsstätte zur Küche und damit im persönlichen Lebensbereich ausgerutscht. Sie hat diesen Weg nicht zurückgelegt, um ihre versicherte Beschäftigung auszuüben, sondern um Wasser zum trinken zu holen, sodass sie einer typischen eigenwirtschaftlichen und nicht versicherten Tätigkeit nachgegangen ist.

Die Klägerin unterlag im Zeitpunkt des Unfalls keinen betrieblichen Vorgaben oder Zwängen. Anders als Arbeitnehmer, die ihre Arbeitsleistung im Betrieb erbringen. Die Arbeit im Home Office führt zwar zu einer Verlagerung in den häuslichen Bereich, die Arbeit von zu Hause aus, nimmt einer Wohnung aber nicht den Charakter der Privaten und somit nicht versicherten Lebenssvere.

Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass es den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung kaum möglich ist, präwentiv und gefahrenreduzierende Maßnahmen für ein Home Office zu ergreifen, sodass es sachgerecht ist, das vom häuslichen und somit persönlichen Lebensbereich ausgehende Unfallrisiko den Versicherten und nicht der gesetzlichen Unfallsicherung, mit der die Unternehmerhaftung abgelöst werden soll, zuzurechnen.

 

‹ zurück zur Übersicht

nach oben