Roggelin & Partner bei facebook - gefllt mirDeutsche Sprache English Language jezyk polski Russische Sprache
Loading
Geschftsfelder

Impressum | Datenschutz | AGB | © 2013 Roggelin & Partner

Arbeitsrecht


Arbeitsrecht

Duschen im Stehen

Was heutzutage zum vertragsmäßigen Mietgebrauch gehört und was nicht, ist häufig Gegenstand von Gerichtsverfahren.

Das Landgericht Köln hat sich in einer Entscheidung vom 24.02.2017 - 1 S 32/15 - mit Klägern auseinanderzusetzen gehabt, die seit Mitte der 80-er Jahre eine Wohnung der Beklagten gemietet hatten.

Im Bad befindet sich eine Badewanne mit Fliesen, die bis in etwa halber Stehhöhe angebracht sind.

Anfang 2013 gab es erheblichen Schimmelbefall über der Wanne im Spritzwasserbereich der Dusche oberhalb des verfliesten Bereichs.

Das Gericht hatte die beklagte Vermieterseite verurteilt, den Schimmel im Wandbereich durch geeignete bauliche Maßnahmen zu beseitigen und festgestellt, dass die Kläger 10 % der Brutto-Miete mindern durften.

Dies mochten die Vermieter nicht hinnehmen und gingen in Berufung. Im Rahmen dieses Verfahrens wurde ein Sachverständigengutachten erstellt, nach dem bauseitige Ursachen für die Schimmelbildung ausscheiden. Der Sachverständige stellte fest, dass durch das Duschen der Kläger im Stehen in der Badewanne Schimmelbildung verursacht wurde, indem die ungeschützten Wandteile oberhalb des Fliesenspiegels während des Duschens Durchfeuchtung erlitten.

Dementsprechend hat das Landgericht das Urteil des Amtsgerichts aufgehoben und die Klage abgewiesen.

Das Landgericht hat in seiner Entscheidung ausgeführt, dass der grundsätzlich bestehende Mangelbeseitigungsanspruch und die Mietminderung deswegen ausgeschlossen sind, weil feststeht, dass für den Schimmelbefall alleine die Art der Nutzung des Badezimmers durch die Kläger verantwortlich war. Diese Nutzung war vertragswidrig.

Dabei ist es nach Auffassung des Gerichts unerheblich, ob zum vertragsgemäßen Mietgebrauch nach heutigen Maßstäben und auch nach den Maßstäben bei Abschluss des Mietvertrages im Jahr 1984 gehörte, dass man in einer Badewanne im Stehen duschen kann. Selbst wenn man dies bejahen wollte, so ändert dies nichts daran, dass diese Art der Nutzung der Badewanne eine vertragswidrige Nutzung darstellt.

Es war für die Kläger ohne Weiteres erkennbar, dass diese Art der Nutzung zu einer Beschädigung der Mietsache führen musste, da das hier vorhandene Badezimmer offensichtlich für das von den Klägern praktizierte Duschen im Stehen nicht geeignet war.

‹ zurück zur Übersicht

nach oben