Roggelin & Partner bei facebook - gefllt mirDeutsche Sprache English Language jezyk polski Russische Sprache
Loading
Geschftsfelder

Impressum | Datenschutz | AGB | © 2013 Roggelin & Partner

Bau- und Immobilienrecht


Bau- und Immobilienrecht

Baumkontrolle für Privatleute

 

Insbesondere nachdem sich der Klimawandel zunehmend bemerkbar macht, sind umstürzende Bäume oder Teile von Bäumen eine ernst zu nehmenden Gefahr geworden.

Das Oberlandesgericht Oldenburg hat in einer Entscheidung vom 11. Mai 2017, 12 U 7/17, einen Fall zu beurteilen gehabt, in dem die Klägerin dieses Verfahrens ihren PKW unter einem Baum geparkt hatte. Als sie zu ihrem Auto zurückkehrte musste sie feststellen, dass ein Ast dieses Baumes heruntergefallen war und das Auto beschädigt hatte.

Sie machte nun gegenüber der Hausverwaltung der Wohnanlage den entstandenen Sachschaden von ca. € 9.000,00 geltend. Die Hausverwaltung war von den Eigentümern der Wohnanlage mit der Unterhaltung beauftragt worden, nach Auffassung der Klägerin hatte die Hausverwaltung ihre Pflichten vernachlässigt. Die Klägerin warf ihr vor, den Baum nicht hinreichend untersucht und überwacht zu haben und deswegen Sachverständigenrat hätte einholen müssen. Ein im Rahmen des Prozesses eingeholtes Gutachten ergab, dass die Rinde an einer Astgabelung länglich verdickt war, was ein Anzeichen für eine mögliche Instabilität ist.

Die Klägerin hatte jedoch weder vor dem Landgericht noch vor dem Oberlandesgericht Erfolg.

Das Oberlandesgericht hat dazu ausgeführt, dass der Eigentümer eines Baumes zwar grundsätzlich dafür Sorge tragen muss, dass von dem Baum keine Gefahr ausgeht, sodass Bäume regelmäßig auf Schäden und Erkrankungen sowie ihre Standfestigkeit zu untersuchen sind. Insbesondere soll dies dann gelten, wenn der Baum im Bereich von Verkehrsflächen steht und somit potentiell Menschen gefährden kann.

Von Gemeinden wie auch Städten darf erwartet werden, dass sie diese Straßenbäume regelmäßig von qualifiziertem Personal kontrollieren lässt, nämlich dahingehend, ob trockenes Laub, dürre Äste, Beschädigungen oder andere Anhaltspunkte dafür vorliegen, die eine nähere Untersuchung der Bäume nahelegen.

Allerdings sind diese Anforderungen für Privatleute nicht anzuwenden. Von Privatleuten kann nur verlangt werden, dass sie in angemessenen zeitlichen Abständen eine äußere Sichtprüfung durchführen. Gemeint ist damit eine Sichtprüfung für einen Laien erkennbarer Probleme, wie beispielsweise abgestorbene Teile, Rindenverletzungen oder sichtbarer Pilzbefall. Nur wenn nach einer solchen Prüfung Probleme erkannt werden, muss ein Baumfachmann hinzugezogen werden.

Im entschiedenen Fall war zwar für einen Baumfachmann, jedoch nicht für einen Laien erkennbar, dass eine Instabilität vorlag, sodass die Klägerin auf Ihrem Schaden sitzenblieb.
 

‹ zurück zur Übersicht

nach oben