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Bau- und Immobilienrecht


Bau- und Immobilienrecht

Silberfischchen als Sachmangel?

 

Dass Käufer von Immobilien nicht immer ganz glücklich mit ihren Immobilien sind, ist nichts Neues. Einen interessanten Fall hat das Oberlandesgericht Hamm am 12.06.2017, 22 U 64/16 entschieden.

Die Klägerin dieses Verfahrens hatte 2013 vom Beklagten eine Eigentumswohnung gekauft, die 1994 errichtet worden war.

Einige Wochen nach der Wohnungsübergabe im März 2017 entdeckte die Klägerin, einen Befall der Wohnung mit Silberfischchen, der sich nach ihren Angaben in den darauf folgenden Wochen in der ganzen Wohnung verbreitet hatte und sich trotz intensiver Bekämpfung nicht entfernen ließ.

Sie trug vor, dass bereits bei Abschluss des Kaufvertrages und bei der Wohnungsübergabe ein starker Befall vorgelegen habe und erklärte den Rücktritt vom Kaufvertrag.

Damit hatte sie vor dem Landgericht Münster keinen Erfolg, sodass sie Berufung einlegte, allerdings war auch diese erfolglos.

Das Oberlandesgericht Hamm hat dazu ausgeführt, dass eine Rückabwicklung des Kaufvertrages nicht in Betracht kommt, weil die Voraussetzungen eines Gewährleistungsanspruches nicht vorliegen.

Bei einer zu Wohnzwecken bestimmten Immobilie ist es laut Sachverständigengutachten nicht ungewöhnlich, dass ein gewisser Bestand an Silberfischchen vorliegt. Allein dies stellt keinen Sachmangel dar, es kann von einem Käufer nicht erwartet werden, dass eine bereits genutzte Immobilie vollständig frei von Silberfischchen ist.

Ein Mangel kann erst dann begründet sein, wenn in einer Wohnung vorhandene Insekten die Eignung zum Wohnen aufheben oder aber eine für eine Wohnung unübliche Beschaffenheit vorliegt.

Von Silberfischchen geht keine Gesundheitsgefahr aus, sodass ihr Vorkommen eben nicht dazu führt, dass die Wohnung nicht mehr zu Wohnzwecken geeignet ist.

Im hier entschiedenen Fall konnte die Klägerin lediglich nachweisen, dass die Wohnung zum Zeitpunkt der Wohnungsübergabe nicht vollkommen frei von Silberfischchen war, den behaupteten stärkeren Befall der Wohnung mit Silberfischchen zum Zeitpunkt der Wohnungsübergabe konnte sie nicht beweisen.

 

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