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Sportrecht


Sportrecht

Schaden beim Reitunterricht

Das Oberlandesgericht Hamm hat in einer Entscheidung vom 11.01.2013, 12 U 130/12, entschieden, dass Hilfspersonen, die beim Reitunterricht eingesetzt werden, grundsätzlich keiner speziellen Ausbildung bedürfen.

Geklagt hatte in diesem Verfahren eine damals Fünfjährige, die im September 2010 eine Reitstunde für Kinder in einer von der Beklagten betriebenen Reitschule wahrnahm.

Eine zwanzigjährige Aushilfe führte beim Unterricht ein Pony, bei dem eine Decke mit Haltegriff aufgelegt war, mit einer 1 - 2 Meter langen Longe im Kreis. Die Kinder ritten auf dem Pony und sollten auf Kommando freisitzend kurz in die Hände klatschen.

Allerdings verlor die Klägerin bei dieser Übung das Gleichgewicht, rutschte vom Pony und erlitt eine Humerusfraktur, die operativ versorgt werden musste.

Sie verlangte nun Schadenersatz und ein Schmerzensgeld in Höhe von mindestens € 5.000,00.

Dies begründete sie damit, dass die Beklagte ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt habe bzw. ein ihr zuzurechnendes Verschulden der Aushilfe zum Unfall geführt habe.

Das Landgericht hatte die Klage abgewiesen. Die Berufung der Klägerin hatte vor dem Oberlandesgericht keinen Erfolg.

Nach Auffassung des OLG besteht kein Schadenersatzanspruch, da eine Tierhalterhaftung gemäß § 833 BGB nicht in Betracht kommt, weil der Unfall nicht auf ein unberechenbares Verhalten des Ponys zurückzuführen ist.

Die Beklagte hat auch nicht eine ihr obliegende Verkehrssicherungspflicht verletzt, die Auswahl der mit dem Reitunterricht betrauten Aushilfe ist ebenfalls nicht zu beanstanden.

Nach ihrem Alter, ihren Kenntnissen und Fähigkeiten konnte sie die Reitstunde sachgerecht durchführen.

Die Beklagte musste auch nicht vor dem Reitunterricht mit Kindern deren Gesundheits- und Entwicklungsstand aufklären, zumal die Klägerin bereits vor der Reitstunde auf einem Pony gesessen hatte.

Die Gruppengröße und die Dauer des Reitunterrichts haben sich auf das Unfallgeschehen nicht ausgewirkt, die Reitübung war als übliche Gleichgewichtsübung auch nicht sachwidrig.

Ein Fehlverhalten der Aushilfe war ebensowenig festzustellen, da die Klägerin bereits Reiterfahrung hatte, in der Reitstunde vor dem Unfall gut auf dem Pferd saß und im Trab und im Galopp reiten konnte.

Es war somit nicht zu erwarten, dass die Gleichgewichtsübung ein solches Ende finden würde.

Die Aushilfe war im vorliegenden Fall auch nicht unaufmerksam gewesen, da die Klägerin urplötzlich auf der der Aushilfe gegenüber liegenden Seite vom Pony gerutscht war.

Die Aushilfe hat noch versucht, den Sturz abzufangen. Ein Vorwurf war ihr jedoch nicht zu machen. Die Klägerin konnte auch nicht darlegen und beweisen, dass der Reitlehrer zur sachgerechten Durchführung der Reitstunde nicht in der Lage war.

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