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Sportrecht


Sportrecht

Mindestlohn und Amateursport

 

Dass Arbeitsrecht und Sportrecht selten miteinander in Einklang zu bringen sind, ist nichts Neues. Das von vielen geforderte Sportgesetzbuch wird zwar seit vielen Jahren diskutiert, wird aber wohl vermutlich niemals kommen.

 

Der Gesetzgeber hat mit Sicherheit bei der Abfassung des Gesetzes zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns, kurz MiLoG nicht an die Sportvereine gedacht, die seit dem 01.01.2015 ganz erhebliche Probleme haben.

 

Ein Amateurfußfallspieler, der seinen Sport mit Sicherheit zumindest teilweise als Hobby sehen wird, wird nunmehr die Möglichkeit haben, aufgrund des MiLoG erhebliche Ansprüche gegenüber seinem Verein geltend zu machen.

 

Berücksichtigt man den Mindestlohn von € 8,50, so dürften wahrscheinlich viele Amateurvereine vor der Pleite stehen, wenn die Amateurspieler dies geltend machen würden. Solange das Verhältnis zwischen Verein und Spieler einwandfrei ist, dürfte kaum ein Spieler auf die Idee kommen, den Mindestlohn zu fordern. Wenn jedoch das Verhältnis nicht mehr vollständig Intakt ist und ein Spieler beispielsweise wechseln möchte, was der Verein verweigert, so könnte es sicherlich interessant sein, vom Verein den Mindestlohn zu fordern und auf diesem Wege eine "faktische Lösung" zu finden.

 

Zwar sind sogenannte Aufwandsentschädigungen von bis zu € 200,00 pro Monat vom Mindestlohn ausgenommen, so geregelt in § 22 MiLoG, dennoch dürften ab der Bezirks- bzw. spätestens Oberliga auch Amateur- und Vertragsfußballer unter den Arbeitnehmer-begriff fallen, da häufig eben nicht die reine sportliche Betätigung, sondern die finanzielle Gegenleistung für die Tätigkeit im Vordergrund steht.

 

Selbst wenn ein Spieler nicht aktiv gegen seinen Verein vorgehen wird, so bleibt zu berücksichtigen, dass im Rahmen von Prüfungen der Finanzbehörden und der Deutschen Rentenversicherung das Thema irgendwann hochkochen wird.

 

Es wäre somit wünschenswert, dass der Gesetzgeber diesen Bereich gesetzlich ausdrücklich regelt, sodass der "Amateursport" weiter Bestand haben kann.

 

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