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Sportrecht


Sportrecht

Friedeck hat Schadenersatzanspruch

Der Fall Charles Friedeck, der nicht für Olympia 2008 nominiert worden war, hatte in der Sportwelt für Aufsehen gesorgt.

Nun hat der Bundesgerichtshof am 13.10.2015, II ZR 23/14, in letzter Instanz entschieden.

Friedeck hatte den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) verklagt. Der DOSB nominiert die deutschen Sportler für Olympische Spiele, im entschiedenen Fall war Voraussetzung für eine Nominierung eine in zeitlicher Nähe zu den Olympischen Spielen zu erbringende Leistung nach bestimmten Nominierungskriterien.

In den sog. Nominierungsrichtlinien 2008 wurde für den Dreisprung der Männer eine A- und B-Norm dahingehend bestimmt, dass die Olympianorm auch dann erfüllt sei, wenn nicht die höhere Normanforderung, also die A-Norm, sondern die sog. B-Norm erreicht wird.

Für die A-Norm war eine Weite von 17,10 m festgelegt, für die B-Norm 2 x 17,0 m.

Innerhalb dieses Nominierungszeitraums erzielte der Kläger bei einem Wettkampf im Vorkampf eine Weite von 17,0 m und im anschließenden Endkampf am selben Tag eine Weite von 17,04 m.

In weiteren späteren Wettbewerben erreichte er die Weite von 17,0 m nicht mehr oder nur bei unzulässigem Rückenwind.

Daraufhin lehnte die Beklagte eine Nominierung für die Olympischen Spiele ab, weil sie der Auffassung war, dass die Anforderung für die B-Norm von 2 x 17,0 m in zwei verschiedenen Wettkämpfen hätte erreicht werden müssen.

Der Kläger sah dies anders und behauptete, dass ihm wegen der Nichtnominierung Antritts- und Preisgelder für Veranstaltungen sowie Sponsorengelder entgangen seien und verlangte Schadenersatz in Höhe von mindestens € 133.500,00.

Das Landgericht hatte der Klage dem Grunde nach stattgegeben, das Oberlandesgericht hatte sie abgewiesen, weil es der Auffassung war, dass eine pflichtwidrige Nichtnominierung nicht vorgelegen habe, weil die in den Nominierungsrichtlinien festgelegten Leistungen nicht erbracht worden seien.

Die Auffassung der Beklagten, dass die beiden Weiten in zwei verschiedenen Wettkampfveranstaltungen zu erfüllen gewesen seien, sei korrekt.

Der Bundesgerichtshof hat das Berufungsurteil aufgehoben und die Berufung gegen das Grundurteil des Landgerichtes zurückgewiesen.

Als Monopolverband ist der DOSB zur Nominierung von Athleten, die die Nominierungsvoraussetzungen erfüllen, verpflichtet.
Diese Pflicht hat der DOSB schuldhaft verletzt, wie das Landgericht korrekt festgestellt hatte. Anders als das OLG meinte, war die Nominierungsrichtlinie des Beklagten bei dem gebotenen objektiven Verständnis dahingehend auszulegen, dass der Kläger die Olympia-Norm im Dreisprung mit dem zweimaligen Erreichen der B-Norm in einem Wettkampf erfüllt hatte!

Aufgabe des Landgerichtes ist es nun, über die Höhe des dem Kläger zustehenden Schadenersatzanspruches zu entscheiden.

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