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Sportrecht


Sportrecht

Deutsche in Österreich

Mit einem nicht ganz seltenen Fall hatte sich das Landgericht Mönchengladbach in einer Entscheidung vom 31.08.2011, 11 U 252/08 auseinanderzusetzen.

Im Januar 2006 hatten die Parteien dieses Verfahrens bei Sonnenschein eine Piste im österreichischen Flachhau befahren, die Piste war nahezu leer und gut präpariert. Die Klägerin fuhr einen Carvingski und kollidierte am linken Pistenrand mit dem Beklagten und zwar so, daß der Beklagte mit seiner rechten Körperseite vor allem seinem rechten Arm und die Klägerin mit ihrer linken Schulter auf den jeweils anderen auftrafen.

Beide Parteien zogen sich erhebliche Verletzungen zu.

Die Klägerin behauptete nun, daß sie zügig aber nicht schnell gefahren sei, der Beklagte sei in relativ großen Bögen und mit erheblicher höherer Geschwindigkeit den Hang herunter gefahren. Er habe sich in einem weiten Rechtsbogen befunden, als er von links hinten auf die Klägerin aufgefahren sei.

Der Beklagte sah dies anders, nämlich dergestalt das er die Piste mit engen Bögen befahren habe und auch nicht besonders schnell gewesen sei. Er habe die Klägerin einige Zeit vor dem Zusammenstoß gesehen, habe sie langsam überholt und sich bei Erreichen des Flachstücks aufgerichtet, um die Ski auslaufen zu lassen. Plötzlich habe er einen heftigen Schlag auf der rechten Körperseite erhalten, als die Klägerin von rechts kam und auf ihn geprallt sei.

Die Klägerin begehrte nun vom Beklagten die Zahlung von Schadenersatz- und Schmerzensgeld, der Beklagte mit seiner Widerklage die Zahlung von Schmerzensgeld.

Das Landgericht gab der Klage überwiegend statt, wies die Widerklage jedoch ab. Der Beklagte wurde zur Zahlung eines Schadensersatzes in Höhe von ca. € 8.900,00 verurteilt, auf Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von € 8.000,00 sowie auf Feststellung der Eintrittspflicht für künftige Schäden der Klägerin.

Das Gericht hat dazu ausgeführt, daß für Schadenersatzansprüche von deutschen Staatsangehörigen aus einem Skiunfall in Österreich gemäß Artikel 40 Abs. 2 Satz 1 EGBGB die deutschen Haftungsnormen gelten. Bei der Frage des Verschuldens waren zwar eigentlich die Verhaltensregeln des österreichischen Handlungsortes maßgebend. Da allerdings keine Partei solche speziellen Rechtsnormen vorgetragen hatte, war nach den Regeln des internationalen Skiverbandes FIS (FIS-Regeln) zu entscheiden.

Der Beklagten hatte gegen die FIS-Regeln 3 und 4 verstoßen, wonach der von hinten kommende Skifahrer seine Fahrspur so wählen muß, daß der vor ihm fahrende Skifahrer nicht gefährdet wird. Überholt werden darf immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer für alle seine Bewegungen genügend Raum läßt.

Soweit der Beklagte behauptet hat, zum Unfallzeitpunkt habe er sich vor der Klägerin befunden, so hat das Gericht diesem Vortrag keinen Glauben geschenkt. Ein Abbremsen der Klägerin ca. 100 bis 200 m oberhalb der Unfallstelle, wie vom Beklagten vorgetragen, hätte bedeutet, daß die Klägerin die Unfallstelle nicht rechtzeitig erreicht hätte und es nicht zur Kollision gekommen wäre, was sich aus dem Sachverständigengutachten ergeben habe.

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