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Steuerrecht


Steuerrecht

Zuzahlungen des Arbeitnehmers zu Fahrzeugaufwendungen können Werbungskosten sein!

Das Finanzgericht Münster hat mit einer Entscheidung vom 28.03.2012, 11 K 2817/11E, über einen nicht seltenen Fall zu entscheiden gehabt.

Der Kläger dieses Verfahrens erzielte Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit und hatte von seinem Arbeitgeber einen geleasten PKW zur Verfügung gestellt erhalten. Er durfte diesen PKW auch für private Fahrten sowie Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte nutzen. Der Kläger leistete Zuzahlungen zu den Leasingraten des Arbeitgebers und zwar in Höhe von ca. € 2.000,00 jährlich, wobei er diesen Betrag von dem durch ein Fahrtenbuch ermittelten Privatnutzungsanteil abzog.

Das Finanzamt hatte nun die Gesamtkosten um diesen Betrag gemindert und nahm von den so ermittelten Sachbezug keinen Werbungskostenabzug mehr vor.

Nach Auffassung des Finanzamtes war diese Maßnahme zwar nicht durch die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes gedeckt, man berief sich allerdings auf ein Schreiben des Bundesministeriums für Finanzen vom 06.02.2009, wonach diese Rechtsprechung nicht mehr anzuwenden sei.

Das Finanzgericht hat der Klage des Arbeitnehmers stattgegeben, die Revision wurde nicht zugelassen, so daß die Entscheidung rechtskräftig ist.

Nach Auffassung des Finanzgerichtes hat das Finanzamt die Höhe des geldwerten Vorteils aus der PKW-Nutzung unzutreffend ermittelt. Der Vorteil aus der Fahrzeugüberlassung ist nach der sogenannten Fahrtenbuchmethode zu ermitteln. Im entschiedenen Fall hat der Kläger ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch geführt.

Anders als das Finanzamt meint, führt die Ermittlung nach der Fahrtenbuchmethode im Streitfall zu Fahrzeugkosten pro Kilometer in Höhe von € 0,40, da der Eigenanteil des Klägers die Fahrzeugkosten nicht mindert.

Zuzahlungen des Arbeitnehmers bleiben bei der Ermittlung der Kosten pro gefahrenem Kilometer außer Ansatz. Das Gericht hat sich der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes aus dem Urteil vom 18.10.2007, VII R 57/09 ausdrücklich angeschlossen.

Die entgegenstehende Auffassung der Finanzverwaltung übersieht nach Auffassung des Gerichtes den Wortlaut des § 8 Abs. 2 EStG, sodass diese Auffassung nicht zutreffend ist.

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