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Steuerrecht


Steuerrecht

Pokern und Steuern

Gewinne, die ein Pokerspieler bei renommierten Turnieren erzielt, unterliegen der Einkommensteuer. Maßgebend ist, ob der Steuerpflichtige im Hinblick auf seine individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten mit guten Erfolgsaussichten an diesen Pokerturnieren teil-nehmen kann und dabei wiederholt Gewinne erzielt (Finanzgericht Köln vom 31.10.2012,
12 K 1136/11).

Der Kläger dieses Verfahrens ist Flugkapitän und nimmt seit vielen Jahren an Pokerturnieren teil, wobei er in den letzten Jahren Preisgelder im sechsstelligen Bereich erzielt hat.

Das Finanzamt besteuerte diese als Einkünfte aus Gewerbebetrieb und begründete dies damit, dass Gewinne aus Pokerspielen nur bei einem Hobbyspieler steuerfrei seien. Ein Steuerpflichtiger, der das Pokern berufsmäßig betreibe, erziele sowohl mit seinen Spiel-gewinnen als auch mit seinen Fernseh- und Werbegeldern steuerpflichtige Einkünfte.

Das Finanzamt vertritt weiter die Ansicht, dass Pokern mit einer sportlichen Aus-einandersetzung vergleichbar sei, bei der derjenige mit den besten analytischen und psychologischen Fähigkeiten gewinne. Der Kläger sieht den Glücksfaktor als entscheidend an. Seiner Auffassung nach könne ein Pokerturnier jeder gewinnen, insbesondere größere Turniere würden häufig von Anfängern gewonnen. Letztendlich entscheidend sei das Kartenglück.

Das Finanzgericht hat die Klage abgewiesen, die Revision zum Bundesfinanzhof wurde allerdings zugelassen.

Nach Auffassung des Gerichtes hat das Finanzamt die Gewinne des Klägers zu Recht der Einkommensteuer unterworfen, da der Kläger regelmäßig über Jahre hinweg erfolgreich an renommierten mit hohen Preisen dotierten Turnieren teilgenommen hat. Zwar beruht der Erfolg beim Pokern für einen Durchschnittsspieler oder hinsichtlich eines einzelnes Blattes auf Zufallsergebnissen, dies ist für die Beurteilung des Steuerpflichtigen jedoch nicht der maßgebliche Faktor, entscheidend ist vielmehr, ob der Steuerpflichtige im Hinblick auf seine individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten mit guten Erfolgsaussichten an renommierten Pokerturnieren teilnehmen kann und dabei wiederholt Gewinne erzielt.

 Es bleibt abzuwarten, ob der Bundesfinanzhof diese eigenwillige Auffassung teilen wird.

 

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