Roggelin & Partner bei facebook - gefllt mirDeutsche Sprache English Language jezyk polski Russische Sprache
Loading
Geschftsfelder

Impressum | Datenschutz | AGB | © 2013 Roggelin & Partner

Steuerrecht


Steuerrecht

Leerstand einer Wohnung und Steuerrecht

 

 

Mit der Frage, ob Aufwendungen für eine leerstehende Wohnung vollen Umfangs als Werbungskosten steuerlich abziehbar sind, befasste sich der Bundesfinanzhof in seiner Entscheidung vom 12.06.2013, IX R 38/12.

Geklagt hatten die Eigentümer eines 1913 errichteten Zweifamilienhauses, dessen Wohnung im Obergeschoss zwischen 1991 und 2002 dauerhaft vermietet war.

In der Folge konnten die Kläger das Objekt nur noch kurzfristig vermieten, die Mieteinahmen lagen zwischen € 570,00 und € 1.600,00 netto im Jahr.

Die Kläger trugen im Verfahren vor, dass sie ein Zimmer in der Wohnung so hergerichtet hätten, dass es an Messebesucher oder Wochenendheimfahrer vermietet werden konnte. Die Wohnung im Obergeschoss wurde im betreffenden Zeitraum durch Annoncen in verschiedenen Werbezeitungen beworben, dennoch jedenfalls im Jahre 2008, wie auch in all den Jahren zuvor, nicht vermietet.

Ein Zimmer wurde von der Klägerin im Streitjahr für ihre gewerbliche Tätigkeit genutzt.

Die Kläger ermittelten für sich im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung hinsichtlich des Streitjahres für die leerstehende Wohnung im Obergeschoss einen Werbungskostenüberschuss hinsichtlich der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung in Höhe von € 5.385,00.

Das Finanzamt berücksichtigte dies jedoch nicht, sodass die Kläger vor dem Finanzgericht klagten.

Dies wies die Klage jedoch ab, auf die Revision der Kläger hob der Bundesfinanzhof das Urteil aber auf und wies die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Finanzgericht zurück.

Der Bundesfinanzhof hat in seiner Entscheidung ausgeführt, dass Aufwendungen für eine Wohnung auch während eines Leerstandes als Werbungskosten abziehbar sind, wenn die Wohnung vorher vermietet war und die Vermietung auf Dauer angelegt war, jedenfalls solange der Steuerpflichtige den ursprünglichen Entschluss zur Einkünfteerzielung im Zusammenhang mit dem Leerstand der Wohnung nicht endgültig aufgegeben hat.

Dies gilt auch für den Leerstand einzelner Räume innerhalb einer Wohnung, die vom Steuerpflichtigen im Übrigen anderweitig genutzt wird.

Allerdings sind Aufwendungen für eine leerstehende Wohnung dann nicht mehr in vollem Umfang als Werbungskosten hinsichtlich der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung abziehbar, wenn der Steuerpflichtige den Entschluss zu vermieten bezüglich einzelner Wohnungsteile aufgegeben hat.

Von einer solchen teilweisen Aufgabe der Vermietungsabsicht ist nach Auffassung des Bundesfinanzhofes auch dann auszugehen, wenn der Steuerpflichtige einzelne Räume der Wohnung nicht mehr zur Verfügung stellt, sondern anderweitig nutzt.

Er stellt dann einen neuen Nutzungs- und Funktionszusammenhang her, sodass die Aufwendungen der Kläger für die leerstehende Wohnung im Obergeschoss während der Zeit des Leerstandes bestenfalls teilweise als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar waren.

Das Finanzgericht hatte, so kritisierte der Bundesfinanzhof, allerdings zu Unrecht die vorrübergehende teilweise Nutzung der Wohnung für die gewerbliche Tätigkeit der Klägerin als unerheblich angesehen, sodass das erstinstanzliche Urteil nicht aufrecht erhalten bleiben konnte.

Nach Auffassung des Bundesfinanzhofes ist davon auszugehen, dass die Klägerin mit der Einrichtung eines Raumes innerhalb der Wohnung im Obergeschoss für ihren Gewerbebetrieb einen anderweitigen Nutzungs- und Funktionszusammenhang begründet hatte, sodass die Kläger jedenfalls diesbezüglich ihre Absicht, durch Vermietung der gesamten Wohnung Einkünfte zu erzielen, aufgegeben hatten.

 

 

 

‹ zurück zur Übersicht

nach oben