Roggelin & Partner bei facebook - gefllt mirDeutsche Sprache English Language jezyk polski Russische Sprache
Loading
Geschftsfelder

Impressum | Datenschutz | AGB | © 2013 Roggelin & Partner

Steuerrecht


Steuerrecht

Verbilligter Erwerb einer GmbH-Beteiligung als Arbeitslohn

Einen interessanten Sachverhalt hat der Bundesfinanzhof in seiner Entscheidung vom 26.06.2014, VI R 94/13 zu entscheiden gehabt.

Der Kläger war zunächst selbstständig tätig, erwarb jedoch 2008 50 % Anteile an einer GmbH für einen Kaufpreis von € 73.397,00.

Er wurde außerdem zum Geschäftsführer der GmbH bestellt. Zusätzlich wurde zwischen den Parteien ein Rückerwerbsrecht vereinbart.

Im Kaufvertrag wurde geregelt, dass alle bis zum Übertragungsstichtag erwirtschafteten und festgestellten Gewinne ausschließlich dem Verkäufer zustünden und der Kläger erst am Gewinn der GmbH, ab dem Jahre 2008 partizipieren solle.

Gegründet worden war die GmbH im Jahre 2006 und zwar durch rückwirkende Einbringung eines Einzelunternehmens. Über dieses Einzelunternehmen wie auch für die spätere GmbH war der Kläger seit 2002/2003 selbstständig tätig.

Nach einer Betriebsprüfung bei der GmbH stellte das Finanzamt fest, dass der zwischen dem Kläger und dem ursprünglichen Gesellschafter vereinbarte Kaufpreis für die GmbH-Anteile zum Übertragungszeitpunkt unter dem tatsächlichen Wert der Geschäftsanteile lag und war der Auffassung, dass die Übertragung der Anteile erfolgt sei, um den Kläger langfristig als Mitarbeiter der Gesellschaft zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden.

Die Parteien stritten nun darüber, ob die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem tatsächlichen Wert der GmbH-Anteile als Arbeitslohn zu versteuern ist. Das Finanzgericht hatte der Klage teilweise stattgegeben, allerdings nur, weil das Finanzamt auf die Einkünfte nicht den ermäßigten Steuersatz gemäß § 34 Absatz 1 Satz 2 Nr. 4 EStG angewandt hatte.

Der Bundesfinanzhof hat die Revision abgewiesen und die Auffassung vertreten, dass die Berücksichtigung des Erwerbs der GmbH-Anteile bei den Einkünften des Klägers aus nicht selbstständiger Arbeit zu berücksichtigen seien.

Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit können gemäß § 19 Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 EStG nicht nur Löhne und Gehälter sein, sondern auch andere Bezüge und Vorteile, die für eine Beschäftigung gewährt werden und zwar unabhängig davon, ob darauf ein Rechtsanspruch besteht oder ob es sich um laufende oder um einmalige Bezüge handelt.

Der Bundesfinanzhof hat die Auffassung des Finanzgerichtes bestätigt, dass der Vorteil des Klägers aus dem Erwerb der GmbH-Anteile Arbeitslohn gewesen sei, wobei hier maßgeblich war, dass der Kläger selbst vorgetragen hat, dass die GmbH-Anteile an ihn veräußert wurden, damit er weiterhin für die GmbH tätig werde, sodass nach Auffassung des Finanzgerichtes hier eine Vorabvergütung für zukünftige der GmbH zu leistende Dienste gewährt worden sei.

 

 

‹ zurück zur Übersicht

nach oben